1890 fällt in der Jahreshauptversammlung der Sektion der Beschluss, bis zum Hochstadelhaus einen „Reitweg“ anzulegen, um dem Hüttenbetreuer, Uhrmacher Franz Welz, die Versorgung zu erleichtern. 1891 wird die Trassierung von Johann Egger- Pontiller geplant. Die Wegstrecke weist eine Länge von 5.020 m auf. Mit den Arbeiten betraut wurden Balthasar Krieghofer vlg.Teml und der Italiener Pietro Sengher. Sie erhielten 17 Heller pro Laufmeter. 1892 reichten die Geldmittel vorerst nur für eine Strecke von 2.142 m, also bis zum so genannten „Saulacknbründl“. Die Fertigstellung erfolgte erst 1899.
Der
Weg von der „Erztratte“ bis zum Hochstadelhaus wird zum ersten Mal markiert.
1897 wurden Michael Linder und Peter Winkler zu Bergführern bestimmt
und ihre Tarife genau festgelegt:
Vom Tal bis zum Hochstadelhaus: 2 Gulden
Vom Tal bis zum Hochstadelgipfel: 3 Gulden
Das zu tragende Gepäck durfte dabei das Gewicht von 10 kg nicht überschreiten.
1902 verzeichnete das Hochstadelhaus einen Rekordbesuch von 160 Personen, vorwiegend Touristen aus Wien und Umgebung. Durch Vermessungen der Besitzgrenzen erkannte man, dass das Hochstadelhaus nicht auf dem Grundstück des Fürsten von Porcia, sondern auf dem Besitz der Almgemeinschaft „Unholden“ errichtet worden war.
Somit wurden sofort Verhandlungen mit dem Vertreter der Grundeigentümer, Peter Brandstätter, geführt und zwei Jahre später der Kaufvertrag für die 363 m² mit 120 Kronen unterzeichnet.
1905 ist das Jahr der Erstbesteigung der Hochstadelnordwand.Eine Seilschaft mit Karl Domenigg und Ing. Franz Glatter aus Wien, sowie Dr. Felix König aus Graz durchstiegen in 12-stündiger Kletterei vom Lavanter Kar aus die Nordgalerie.
Diese Route hat heute nur mehr historische Bedeutung. Die nun mehr zweckmäßigste Linienführung geht auf den Erschließer der Lienzer Dolomiten, Rudl Eller, zurück, der 1908 im 6-stündigen Alleingang die Hochstadelnordwand bezwang.
In
den folgenden Jahren erlebte das Hochstadelhaus viele Um- und Ausbauten, von
der neuen Küche über die Veranda bis zum Dachbodenausbau. Ab 1914
waren Anna und Josef Meindl die Bewirtschafter. Die Betreuung übernahm
Hedwig Krieghofer, verh. Bauer. Sie blieb 48 Jahre in dieser Funktion mit
dem Hochstadelhaus verbunden. Die Jahre während des 1. Weltkrieges verhinderten
weitere Aktivitäten, nach Kriegsende mussten vor allem Aufräumarbeiten
erledigt werden.
Man überlegte den Neubau eines Hauses auf der so genannten „Blitze“.
Das Grundstück wurde sogar 1932 um 5.000,00 Schilling gekauft, doch die
Baupläne wurden nie verwirklicht.
1935 feierte die Sektion Oberdrauburg des ÖTK ihr 50-jähriges Bestehen mit der Errichtung des Gedenksteines im Draupark. 1941 starb der Obmann der Sektion, Leopold Reichenwallner. Er war 36 Jahre lang in leitender Funktion tätig gewesen und hatte sich große Verdienste, vor allem um die Ankurbelung des Tourismus, erworben.
1955
stellten die Heimkehrer Oberdrauburgs in Gedenken an ihre gefallenen und vermissten
Kameraden aus den beiden Weltkriegen ein 5 m hohes Kreuz am Gipfel des Hochstadels
auf.
RENOVIERUNG DES HOCHSTADELHAUSES
In den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde das Hochstadelhaus großzügig renoviert. Die Tragtierkompanie des österreichischen Bundesheers aus Lienz besorgte den Transport von Baumaterialien und Versorgungsgütern über den Touristensteig. Nach den Hüttenwirten Resi und Karl Laßnig und Renate und Horst Matschnig übernahmen Rosa und Siegfried Gailberger die Bewirtschaftung des Hochstadelhauses für 29 Jahre.
1977 wurde durch den Waldbesitzer Dipl. Ing. Herbert Kulterer und der Weggenossenschaft der Bau des Hochstadel-Güterweges begonnen und 1980 fertiggestellt. Er ist 11,5 km lang, ca. 4,5 m breit und weist eine Steigung von 11% auf. Nach 7-jährigen zähen Verhandlungen wurden 1984 die Verträge zur Nutzung dieses Weges für die Sektion Oberdrauburg mit allen Vertragspartnern unterfertigt
1985 konnte die Sektion Oberdrauburg auf eine erfolgreiche Klubarbeit zurückblicken und all ihren Mitgliedern und Helfern danken. Für die uneigennützigen Arbeitseinsätze bei Wegerhaltungen und Wegmarkierungen, vor allem aber für das Bestreben, das Schutzhaus am Hochstadel immer wieder den gegebenen Erfordernissen anzupassen, verdienen alle Lob und Dank
Da durch die alljährlichen Überschwemmungen der Drau immer Futterknappheit herrschte, wurden bis 1960 die Almwiesen am Hochstadel noch von den Bauern der Agrargemeinschaft Unholden jeweils im August zwei Wochen lang gemäht, in den „Brunnschupfen“ gelagert und im folgenden Winter in mühevoller Arbeit zu Tal gebracht.
Dabei wurden auf dem „Heuschlaf“ (ein breites aufgebogenes Brett) Latschenäste gelegt und das besonders nährstoffreiche Almheu mit Stricken festgebunden, damit es während der rasanten Talfahrt über die Heuriese nicht auseinander fällt.
Heute werden die ehemaligen Sennhütten nur mehr touristisch genützt und die Almwiesen abgeweidet.
ENTSTEHUNG DER SEKTION OBERDRAUBURG
Am
31. Juli 1885 wurde im damaligen Gasthof „Zum Stern“ in Oberdrauburg die „Sektion
Oberdrauburg des Österreichischen Touristenklubs“ unter der Leitung des
alpinen Schriftstellers Josef Rabl aus Wien gegründet. Ziel war es, Wanderwege
und Schutzhütten in der Umgebung zu errichten, um den Tourismus anzukurbeln.
Als erste Maßnahme beschloss man, eine Unterkunftshütte am meistbesuchten
Berg, dem Hochstadel, zu bauen.
1887 wurde der Bau des Hochstadelhauses von der Zentrale
des ÖTK in Wien genehmigt. Das vorgesehene Grundstück auf dem „Sonnwendkofel“
wurde von Fürst Porcia unentgeltlich zur Verfügung gestellt, nur
das notwendige Bauholz musste bei ihm gekauft werden.
Für die Baukosten wurden von der Zentrale 2.500 Gulden bewilligt. Den
Auftrag erhielt Zimmermeister Michael Putz aus Mauthen.
Am 14. August 1888 konnte das Hochstadelhaus bereits seine ersten Gäste empfangen.
Hochstadelhaus Österr. Touristenklub Sektion
Oberdrauburg Kärnten Austria
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